Vogtland Late Night Show “Illusionen” – März 2010

Die inzwischen 15. Vogtland Late Night Show (VLNS) ist vorüber. Für mich war es die allererste und ganz ehrlich, ich habe mir was anderes darunter vorgestellt, so wie das ganze durch Mundpropaganda bekannt gemacht wurde.

Aber fangen wir ganz vorne an. Die 14. VLNS im Februar wurde von meinen Freunden besucht und durch Zufall kamen wir darüber ins Gespräch, denn bis dato wusste ich – wie viele andere übrigens auch – gar nicht, dass es sowas in Plauen überhaupt gibt. Darauf Aufmerksam geworden versuchte ich die letzten Tage über verschiedene Quellen heraus zu finden, wann denn eigentlich wieder sowas stattfinden würde. Gefunden habe ich im Internet gar nichts, einzig in irgendeiner Zeitung (BLICK, Wochenspiegel, Vogtland Anzeiger oder so) war ein klitzekleiner Artikel mit Datum und Uhrzeit. Zum Glück hat mein guter Freund Andreas Ernstberger einen Auftritt in der Show und er bat mich, ein paar Videoaufnahmen zu machen, somit wußte ich endlich genau, wann und wo und wie das mit der Show ablaufen sollte. Soweit so gut.

Zur Probe eingetroffen war ich von der tollen Lokalität in der Jugendherberge in der Alten Feuerwache mitten in Plauen sehr positiv überrrascht. Der Soundcheck gestaltete sich hier deutlich problemloser als beispielsweise im Malzhausgewölbe Anfang des Jahres. Neben der Andreas Ernstberger Band, welche heute als Special Guest geladen war, war noch das eigentliche Stammtrio (diesmal als Quartett) da und gab derbe Sprüche zum Besten, offensichtlich war der Schlagzeuger (Name ist mir entfallen) wohl der künstlerische Leiter und auch für alle Zwischenrufe verantwortlich. Wer es nicht kennt – wie ich – ist halt erstmal erschrocken, zumal der Humor irgendwie nicht ganz auf meiner Wellenlänge lag. Aber egal. Man probte mit Uwe Brückner noch das Lied “Der Präsident” von Rainald Grebe ein, um es später (zum Glück) doch nicht darzubieten. Auch war man sich nicht ganz einig über den Ablauf der Show, da ja eine weitere Band zu Gast war und das ganze ein ständiges hin und her wechseln bedeutet hätte. nach weiteren Beamerproben war dann die Zeit gekommen, dass erste Gäste um Einlaß baten.

Kurz von 19:30 Uhr begann sich der Saal zu füllen und bis kurz vor 20:00 Uhr waren deutlich mehr Gäste als vermutet gekommen, weitere Stühle wurden herbei geschafft und der Schlagzeuger mutierte zum Einweiser und machte anschließend eine weitere Metamorphose hin zum Anheizer durch. Diese war offensichtlich nicht ganz abgeschlossen, denn so richtig sprach das durchaus intelligente wie anspruchsvolle Publikum nicht auf die Zoten des durchaus bemühten netten Herren an. Naja, war noch früh am Abend.

Da man mit Wortwitz nicht weiter kam, wurde das Publikum eben live beschallt, wobei die Band sich nicht ganz einig war, was eigentlich gespielt werden sollte. Auch war man insgesamt zu zeitig dran, der Moderator Uwe Brückner war noch nicht fertig. Nachdem dieses Manko behoben war ging die Show etwas zeitiger los und stand unter dem Thema “Illusionen”.

So richtig konnte ich den Ausführungen des Herrn Brückner nicht folgen, allerdings konnte er selbst richtig gut über seine eigenen Witze lachen, wenigstens einer hatte so seinen Spaß. Da wurde der Unfalltote Rennrodler bei Olympia ebenso pietätlos durch den Kakao gezogen, wie auch Hartz IV Empfänger mit dem Holocaust in Verbindung gebracht wurden, was für mich völlig geschmacklos war, aber vermutlich bin ich auch nur humorlos. Auch wurde die Geldgier mancher Politiker angesprochen, welche für Ihre Auftritte Honorare verlangten oder auch unsere Außenministerin Westerwelle wurde mit einigen Sätzen bedacht. Alles in allem wirkte das auf mich sehr gezwungen und schlecht vorbereitet, da muss der Moderator sich im Vorfeld deutlich mehr bemühen.

Erste Gäste wurden vorgestellt, es ging um Kürzung der Mittel für Jugendarbeit, durchaus wichtig und auch die Gäste waren sehr interessant, aber es hätte auch gern aktuelles besprochen werden können (Neundorfer Straße, Wendedenkmal, Landratsamt etc. pp.). Komischerweise waren die Gäste ohne Verabschiedung ruck zuck wieder verschwunden.

Als Lichtblick des Abends spielte die Andreas Ernstberger Band einige sehr toll interpretierte Musikstücke.

Es folgte eine Zaubereinlage von einem Bandmitglied der Plauener Band 333, dessen Namen ich leider nicht verstanden hatte. Dieser junge Mann konnte sowohl mit echt guten Witzen und Sprüchen als auch mit einer sehr tollen Zaubershow punkten. Wirklich ganz toll aber viel zu kurz! Ein anschließendes Interview mit Uwe Brückner war ganz nett, aber eher lustlos geführt. Es folgte noch ein Videoeinspieler, in dem darauf hingewiesen wurde, dass die Band 333 für den 24.03.2010 ab 18:00 Uhr in der Alten Kaffeerösterei in Plauen jede Menge Statisten sucht, weil die Ihr neues Video drehen wollen. Wer Interesse hat, soll sich einfach dort melden.

Weitere tolle Stücke der Andreas Ernstberger Band folgten.

Alles in allem war die Show dank der tollen Musikgäste richtig gut, einzig die Unterbrechungen waren – bis auf den Zauberer und die tolle Kurzlesung von Philipp Pulger – nicht sooo der Burner. Schade für die Show, denn ich glaube kaum, dass die Vorlage, die Ernstberger & Band da geliefert haben ohne weiteres zu toppen ist.

Ich wünsche den Veranstaltern, dass mehr Werbung vorab gemacht wird, dass man sich das Thema der Show wirklich besser zu Herzen nimmt und konsequenter umsetzt (Stichwort “Roter Faden”) und dass der Moderator sich besser auf Themen und Gäste vorbereitet und vor allem diese auch begrüßt und verabschiedet.

Außerdem sollte der Moderator den Ablauf der Show bestimmen und nicht das Showtrio, welches öfters mal an der falschen Stelle plötzlich mit Musik einsetzte, obwohl der Moderator noch mitten im Thema war.

Vielleicht tu ich mir eine der nächsten Shows noch mal an. Mal sehen. Trotz meiner ganzen Kritik, gilt mein Respekt den Machern, die hier für Plauen und die Region für Kultur sorgen. Auch Hochachtung an alle Künstler, die hier ohne jede Gage auftreten und so Ihren Teil beitragen, anderswo gibt es eine satte Gage für solche Auftritte. Haltet durch und macht weiter und macht es besser!

http://www.jazzkultur.info/latenight.html

http://www.andreas-ernstberger.com/

http://www.myspace.com/3hundert3und3zig

http://www.kurzes.de/

http://twitterwallr.com/vlns

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4 Responses to Vogtland Late Night Show “Illusionen” – März 2010

  1. Ich finde diese Kritik durchaus positiv und sollte uns als Jazzkultur e.V., sowie Veranstalter der VLNS zum Anlauf und Reflektion dienen. Es bestärkt mich erneut, dass der Schlagzeuger für so viel Spannung gesorgt hat, dass dies sich leider sowohl auf die Besucher, Gäste als auch Mitwirkende gelegt hat. Unser Moderator wurde somit aus seinem Konzept gebracht, dass sein Start in die Show sichtlich schwer fiel und dies sich als “unvorbereitet” und mit einem fehlenden rotem Faden” widerspiegelte. Es kann und darf nicht sein, dass sich eine solche Stimmung so massiv auswirkt. Unser Verein wird daraus Konsequenzen ziehen. Zum Thema “Publik” kann ich nur sagen, dass der Verein sehr stark am arbeiten ist. In den letzten Monaten konnte endlich verstärkt in der regionalen Presse von unsere Veranstaltung gelesen werden. Weiterhin unser Werbebanner 2 Tage vor Veranstaltung an der “Alten Feuerwache” Zum weiteren “Bekannt machen” unserer VLNS, zählen die gezielte Vergabe von Flyern, sowie der Bericht im VRF vom 25.02. bis 04.03.10. Weiterhin haben wir eine Marketing Agentur “Progressio”, die zum einen uns sehr engagiert und kraftvoll unterstützt, sowie auch eine Webside “Jazzkultur.info” erstellt hat. Wir sind mit all diesen Aktionen schon riesige Schritte in den letzen 3 Monaten nach vorn gegangen. Vorher diente ausschließlich die Mundpropaganda als Werbeträger. Auch zu beachten ist, dass wir ein gemeinnütziger Verein sind und damit uns nur sehr wenige Mittel zur Verfügung stehen, um unseren Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Zudem werden wir weiter an diesem Thema arbeiten. So wird zum Beispiel nun auch Port 01 regelmäßig über unsere Veranstaltungen berichten. Vielen Dank für die durchaus anregende und konstruktive Kritik.

  2. Kai Grünler sagt:

    2 Tage Vorlauf für Werbung ist zu kurz. Denkt doch mal an die berufstätige Bevölkerung, die überwiegend auswärts unterwegs sind oder diejenigen, die am Wochenende arbeiten und rechtzeitig vorher frei nehmen müssen. Ich bin da ein gutes Beispiel für. Macht mehr Werbung auf MySpace oder Facebook oder bei Twitter. Allein durch die paar Livetweets die ich an dem Abend gemacht habe, hatte ich mindestens drei Anfragen und im Nachgang noch weitere! Macht Eure Webseite bekannter (z. B. Backlink auf meine Seite). Ich bin gern bereit bei einem Kaffee/Bier/Wein Euch ein paar Vorschläge und Tipps zu geben.
    Auch Euren Beamereinsatz kann man deutlich professioneller gestalten.
    Meldet Euch einfach bei mir. Wo und wie, wisst Ihr ja.
    LG, Kai

  3. hey kai,
    erstmal vielen dank für die veröffentlichung deiner kritik auf für uns bis jetzt vollkommen neuen “pfaden”. sicher kann man gerade die pr optimieren, nur bitte ich dich, dabei die nötige sorgfalt zu berücksichtigen, dass dieses konzept ob grenzenloser medialer erreichbarkeit nicht zur beliebigkeit verkommt.

    aber gerade im hinblick auf diese art der präsentation wurde uns in den letzten tagen (von deinem freund) der horizont erweitert.

    insofern kann ich deine offerte nur begrüßen, schreie laut “JUHU” und freue mich, von dir wege zu einer solchen aufgezeigt zu bekommen.

    wie passt es dir denn kommenden sonntag um 17:00 uhr?

    besos, uwe

  4. Kai Grünler sagt:

    Hai Uwe,
    vom Moderator selbst einen Kommentar, ich fühle mich geehrt!
    Natürlich gebe ich Dir Recht, man sollte nicht einfach ALLE Möglichkeiten die es gibt ausnutzen, sondern nur die am besten geeigneten, um die Zielgruppe am besten zu erreichen. Das Ziel sollte also keinesfalls “Beliebigkeit” sondern “Beliebtheit” sein. Man sollte so dem Publikum einen Rückkanal für Feedback und natürlich Lob oder auch Kritik geben. Gibts bisher auch, das weiß ich ja – http://www.jazzkultur.info – nur muss das einfach bekannter sein.
    Die Horizontserweiterung kann ich gerne auch noch fortsetzen und Dir die Möglichkeiten aufzeigen, wie ich so eine Show machen würde, das wäre dann ja Teil unseres Kaffeeklatschs. ;-)
    Kommenden Sonntag (14.03.2010) habe ich früh bis nachmittag auf jeden Fall beruflich zu tun, denke aber, wenn es klappt, sollte ich bis gegen 17:00 Uhr spätestens 18:00 Uhr fertig sein. Müßte man nur noch einen Treffpunkt ausmachen, kannste mir ja per Mail mitteilen.
    Viele Grüße,
    Kai

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