Aktuelle Diskussion ums Spitzeninnovationszentrum

Seit einigen Tagen existiert bei Facebook eine neuerliche Diskussion um das Spitzeninnovationszentrum, welches laut Konzept am Oberen Graben gebaut werden soll. Die Familie Weißbach hat nun angeboten, die einstige Kattunmanufaktur “Weißbachsches Haus” – ein Stück deutscher Textilgeschichte – der Stadt zu überlassen, um darin besagtes Zentrum stattdessen anzusiedeln, sozusagen am Geburtsort der vogtländischen Textilindustrie. Dies hat eine kleine Handvoll Plauener Hoteliers dazu bewogen, in einem offenen Brief an den Stadtrat wiederum pro Oberer Graben zu plädieren, weil dieser mitten im Plauener Stadtzentrum liegen würde, wohingegen das Weißbachsche Haus quasi außerhalb der Innenstadt liegen würde. Im von der Stadt beauftragten Konzept (für welches bereits ordentlich Geld ausgegeben wurde) wird von einem geschätzten Besucheraufkommen von 60.000 Besuchern pro Jahr ausgegangen – zum Vergleich: im Naherholungsgebiet Talsperre Pöhl fahren in besucherstarken Jahren (in dem die Straßen nicht gesperrt sind) ca. 40.000 Gäste mit den Ausfluggastschiffen. Nachfolgend findet man meine Kommentare aus der Facebookdiskussion, zwar ohne direktem Zusammenhang mit den anderen Kommentaren, jedoch mit ausreichend Inhalt:

‎60000 Besucher / 300 Tage geöffnet pro Jahr / 8 Stunden geöffnet am Tag = 25 Personen pro Stunde pro Tag! Wirklich sehr “realistisch”! Andere Kultureinrichtungen haben soviele Besucher in der ganzen Woche, was wiederum umgerechnet 1250 Besucher im Jahr bedeuten würde. Das ist eine realistische Schätzung! Abgesehen davon liegt der Obere Graben (mitten im Stadtzentrum gelegen) und das Weisbachsche Haus (am Stadtrand gelegen) gerade mal 250m bzw. 3 Gehminuten auseinander.

 

Na hoffentlich laufen die Besucher auch die extrem weiten 180m zur nächsten Haltestelle, das ist nämlich dann fast so weit wie bis zum Stadtrand beim Weisbachschen Haus.

 

Außerdem würde eine direkte Fußgängerbrücke unterhalb der Malzhauses in die obere Etage des Weisbachschen Hauses bedeuten, dass man keine tiefe Schlucht zum Mühlgraben mehr mit teuren Bergsteigern hinunter klettern müsste…

 

… Eisenhüttenstadt oder Halle Neustadt haben mehr Flair, als Plauen derzeit, da wird auch eine neue Rathausfassade, ein umgebautes Landratsamt und ein innovatives Spitzenzentrum auf dem Postplatz ääähh am Oberen Graben nix dran ändern. Deshalb kommen genau 0 Touristen mehr nach Plauen. Was Touristen anzieht, ist die Talsperre Pöhl, die immer wieder für den Verkehr zwangsgesperrt wird, die Talsperre Pirk und das umliegende Vogtland. Allerdings sind die Touristenkonzepte hier so dürftig bis nicht vorhanden, dass es einem weh tut. SO bekommen wir niemand hier ins Vogtland bzw. nach Plauen. Was fehlt, sind regelmäßige Großveranstaltungen und Ereignisse mit überregionalem Charakter und damit meine ich nicht die fünf Sternquell-Brauereifest-Saufgelage in der City das ganze Jahr über, sondern echte Highlights, wo es sich lohnt, herzukommen. Sowas gibts hier nicht und mit dem üblichen Veranstalterklüngel in der Region wird es sowas leider auch nie geben. Ohne besagte Touristen macht weder ein Neubau noch ein sanierter Altbau wirklich Sinn und ist letztlich egal in welcher Form schlicht zu teuer und damit ist auch das bereits investierte Geld in den Oberen Graben leider ein zu hoher Verlust auf Kosten der Plauener. Das Problem ist hier aber ein völlig anderes, nämlich das, damit in Plauen und im Vogtland immer nur die Leute von offizieller Stelle um Meinungen befragt werden, wo man sich sicher ist, dass die keine kritische Stimme äußern und alles schick und toll finden. So findet keine wirkliche Meinungsbildung statt, sondern lediglich eine einseitige Bestätigung. Kritische Stimmen werden abgewiegelt und ignoriert, anstatt mit einbezogen. Außerdem wird natürlich – wie immer – erst eine öffentliche Diskussion begonnen, wenn eigentlich schon unwiderrufliche Tatsachen geschaffen wurden, das Kind sozusagen schon in den Brunnen gefallen ist. Die Stadt Plauen und auch der Vogtlandkreis nutzt weder Mittel wie Umfragen oder Bürgerinterviews um sich ein Meinungsbild zu verschaffen und die angeblichen “Volksvertreter”, welche durch die Bürger mal gewählt wurden, um deren Interessen zu vertreten, sehen nur Ihre eigenen Interessen bzw. die Ihrer Parteifreunde und das ist nicht wirklich demokratisch. Plauen sollte froh sein, dass es Menschen wie die Familie Weisbach gibt, die was für Plauen tun wollen und dabei sogar auf den eigenen Familienbesitz verzichten wollen. Jeder, der schon mal das Weisbachsche Haus und den angrenzenden Park näher besichtigt hat, weiß, welches Kleinod sich dahinter verbirgt, geradezu prädestiniert für ein Spitzenmuseum mit integriertem Veranstaltungs-zentrum mitten im Plauener Zentrum. Die Bausubstanz bietet viele Möglichkeiten die Textilgeschichte mit der Moderne zu verbinden, die man unbedingt nutzen MUSS!!! Auf dem kurzen Weg vom Postplatz durch die Altstadt gelangt man vorbei an Sehenswürdigkeiten wie Altes Rathaus, Malzhaus, man kann in den Läden am Altmarkt, der Rathausstraße, der Herrenstraße, der Straßberger Straße usw. shoppen, man kann einkehren in zig Restaurants, also was soll denn noch alles passieren?! Das Spitzeninnovationszentrum ist NICHT das Allheilmittel für die ganzen Organisations- und Strukturprobleme, die wir hier in Plauen haben, die können nur gelöst werden, indem man den Verwaltungsapparat der Stadt komplett gegen neue Leute austauscht, was aber sicher nie passieren wird. Leute, setzt mal die rosa Brille ab und benutzt einfach mal den gesunden Menschenverstand!!!

 

Warum hat eigentlich noch nicht mal die Hälfte der Plauener Hoteliers diese Willensbekundung unterschrieben? Haben die anderen keine Meinung? Oder sind die gar anderer Meinung?! Find ich bisschen eigenartig, ebenso wie die Tatsache, dass das Anliegen von Einzelnen (Familie Weisbach) als negativ abgestempelt wird und das ausschließlich kommerziell orientierte Anliegen einiger weniger auserwählter Übernachtungsdienstleister hingegen positiv sein soll. Die angestrebte Zentralisierung birgt nur jede Menge Nachteile für alle Geschäftsinhaber, welche abseits vom Zentrum Ihre Geschäfte betreiben. In anderen Städten wird das mit viel mehr Weitblick umgesetzt, in dem man gezielt solche touristische HotSpots dezentral über die gesamte Fläche der Kommune verteilt, um alle was vom Kuchen abhaben zu lassen und nicht nur einige wenige. Sowas nennt sich Standortentwicklung.

Leserbrief an die Presse zur Rathausfassade

Freie Presse vom 12. April 2012

Freie Presse vom 12.4.2012

Betrifft: Informationsveranstaltung am 28.03.2012 zum Um-/Neu-/Nachbau der Rathausfassade im Ratssaal des Rathaus Plauen

Das Plauener Rathaus soll das erste Haus am Platze sein. Das Haus, welches Plauen, die Bürger sowie eine einst stolze aufstrebende Stadt ebenso repräsentiert wie eine Stadt, welche derzeit (leider) schrumpft.
Allerdings sollte man nicht den Fehler machen, ähnlich wie die konservativen Kräfte im Plauener Stadtrat – stellvertretend sei hier Prof. Kowalzick genannt – ganz weit nach hinten zu blicken und sich die “gute alte Zeit” herbeisehnen in Form einer Krematoriums-fassade aus Kaisers Zeiten.
Nein!
Hier sollte man in die Zukunft blicken, die modern und aufstrebend sein sollte und dies soll nach meiner persönlichen Meinung auch und ganz besonders an der Fassade offen nach außen getragen werden. Die Neugestaltung sollte offen sein. Zur Stadt, zu den Bürgern, zu den Gästen, zur Natur und für die Zukunft. Das sollte ganz klar erkennbar sein.
Der Zwischenbau des Rathauses, das Eingangsportal zum Lutherpark hin muss ganz bewusst sich aus dem vielgenannten Ensemble Alte Feuerwache, Sparkasse, Lutherkirche und eben historischer Fassade ganz klar herausheben, es muss regelrecht herausstechen als Kontrapunkt zum Vergangenen, als Ausblick auf das Kommende.
Hier bietet sich die einmalige Chance für die Plauener sich nicht auf überteuertes spiessiges und mutloses Kleinklein zurückzuziehen und die ursprüngliche Fassade ganz unoriginell nachzuempfinden und damit das Rathaus im Gesamtkontext der alten Gebäude visuell verschwinden zu lassen.
Stattdessen kann man hier ein architektonisches Highlight schaffen (hier stimme ich mit Herr Lux vollständig überein), welches unter den Gesichtspunkten “Form follows function” also klar Funktionsorientiert, aber auch mit Blick auf Effizienz und Effektivität (geringe Bau- und Betriebskosten, Energiesparend, vielfältige Nutzungsmöglichkeiten, ökologisch, barrierefrei, offene Architektur á la “gläserne Verwaltung” usw.) ein beispielhaftes Gebäude mit Ausstrahlfunktion haben kann. Wenn man es geschickt anstellt, zieht man damit sogar neue Gäste nach Plauen, welche sich für besondere einzigartige Architektur interessieren.
Hier kann man einen klaren Standpunkt zeigen: “Plauen strebt zwar im Augenblick abwärts, aber wir geben nicht auf, es wird wieder aufwärts gehen!. Und deshalb geben wir den nachfolgenden Generationen dieses Gebäude als Ausdruck dafür mit auf den Weg.”
Wie Herr Gerber von den Grünen/B90 treffend formulierte, es wird ein Bogen vom Mittelalter über Neuzeit hin zur Zukunft gespannt und das muss ganz klar deutlich werden in der künftigen Architektur. Die Plauener Innenstadt kann mit einem echten Neubau deutlich an Lebensqualität gewinnen, das ist mir an diesem Abend klargeworden. Die von mir bisher favorisierte Variante mit Sanierung der bestehenden Fassade entfällt aufgrund der gesetzlichen Regelungen (Entfall des Bestandsschutzes usw.) und daher ergibt sich für mich als einzig logische Konsequenz ein ausgefeilter Neubau mit zeitlos elegantem funktionsorientierten Design.
Ich appelliere ganz klar an alle Stadträte und alle Entscheider, diese Chance aufzugreifen und der Stadt Plauen eben diese einzigartige Chance zu geben.
Kai Grünler

Leserbrief Freie Presse vom 19. März 2011

Freie Presse 19.03.2011

Freie Presse 19.03.2011

Also mal im Ernst, entweder man macht etwas richtig oder gar nicht. Wenn Herr Prof. Dr. Lutz Kowalzick von der CDU fordert, ein Kunstwerk, welches ihm nicht in den Kram passt, mit einer künstlerischen Erklärung zu versehen, dann müssen (!!!) gefälligst alle Kunstwerke im öffentlichen und nichtöffentlichen Raum mit solch einer Interpretation versehen werden, nicht das da etwa jemand selber auf die Idee kommt, sich was anderes zum Bild zu denken.
Als Alternative müsste man dann ebenso sämtliche Kunstwerke an das Vogtlandmuseum übergeben, völlig egal, ob da Platz ist oder nicht, damit alles mit jedem im Kontext irgendwie gezeigt werden kann.
Wer übernimmt denn die entstehenden Kosten? Herr Kowalzick selber? Die werten Serviceclubs? Die Steuerzahler?
SO EIN GEQUIRLTER UNFUG!!!
Ein Herr Kowalzick ist nicht minder kompetent wie die GAV!
Das Wandbild hat seine Existenzberechtigung an dem Ort wo es sich befindet. Die Lehrer können Ihren Schülern die Bedeutung erläutern, sofern Bedarf besteht.
Herr Kowalzick kümmert sich wieder um echte Probleme und das Thema ist erledigt!
Leute, in Japan sind tausende Tote zu beklagen, in Libyen beginnt gerade der nächste Krieg, gibt es echt nichts wichtigeres als dieses Wandbild?!

Leserbrief zu FP-Artikel “DDR-Mosaik sorgt für Wirbel”

Freie Presse 16.03.2011

Freie Presse 16.03.2011

Herr Prof. Dr. Kowalzick Forderung ist für mich absolut unverständlich. Ich bin selbst viele Jahre in der DDR in die Clara-Zetkin-POS gegangen und habe durch das Wandbild keinen Schaden genommen, da wird es vielen anderen Kindern heutzutage nicht anders ergehen. Ich empfinde die gewaltverherrlichende Darstellungen eines brutal gefolterten blutverschmierten Mannes welcher an ein Holzkreuz genagelt ist deutlich gefährlicher für kleine Kinderseelen, insofern fordere ich dazu auf, sämtliche Kreuze dort zu entfernen, wo Kinder und Jugendliche sich aufhalten.
Herr Prof. Dr. Kowalzick begibt sich mit seiner überzogenen Forderung auf das Niveau von Bücherverbrennung und Ächtung entarteter Kunst.
Mich würde ja mal im Detail interessieren, worin denn die Gefahr für die freiheitliche demokratische Ordnung ausgehend von diesem Wandmosaik besteht, was im speziellen ist an diesem Bild so gefährlich, dass es Kinder nicht sehen dürfen? Die Kinder? Die Tauben? Die Blumen? Die Männer und Frauen? Die Sonne? Die Fröhlichkeit die von dem Bild ausgeht?

Kai Grünler

[Update] Eislawine vom künftigen Landratsamt beschädigt Auto

Heute Nacht wurde mitten im Plauener Stadtzentrum Nahe der Rockkneipe LifeStyle auf der Forststraße zwei ordnungsgemäß geparkte PKW durch eine Eislawine stark beschädigt. Die Lawine stürzte auf der Rückseite des künftigen Landratsamtes aus etwa 20m Höhe auf den Fußweg und die Straße, zum Glück kamen dabei keine Fußgänger zu Schaden.

Sehr verwunderlich ist dabei, dass es der Vogtlandkreis versäumt hat, entsprechende Sicherungsmaßnahmen (Warnschilder, Absperrungen, Dachräumung etc.) durchzuführen, ähnlich, wie man ja auch von Veranstaltern von Ski- und Rodelveranstaltungen einfordert, dass diese für die Sicherheit der Teilnehmer und Zuschauer etc. Vorsorge zu tragen haben. Gibt es hier wohl zweierlei Maß? Der gemeine Bürger darf einerseits vom Eisblock erschlagen werden, welcher von städtischen Gebäuden herabfällt und das Fahrzeug des Bürgers gleich mit beschädigt, aber Spaß haben mit außergewöhnlichen Aktionen darf er nicht?! Schon sehr bizarr…

Nötigung zum Verkehrsverstoß

Haben Sie Kinder? Kleinkinder, welche noch in den Kindergarten gehen? Wohnen Sie nicht in unmittelbarer Nähe zu Ihrem Kindergarten? Dann kennen Sie ja das tagtägliche Problem, den Nachwuchs wohlbehalten zum Kindergarten zu bringen und nachmittags wieder abzuholen.

Sofern man Fußgänger ist und keinen Kinderwagen mit sich führen muss, ist das alles noch halbwegs erträglich, aber hat man das Pech, den Kinderwagen über die Schneebarrieren wuchten zu müssen, dann sollte man sehr viel Geduld und Zeit mitbringen und vor allem auch Helfer, welche einem den Wagen über alle Schneehindernisse drüber heben. Wohlgemerkt, ich meine NICHT ungeräumte Fußwege, diese findet man sehr selten. Nein, ich meine die riesigen Schneewälle, welche durch die spärlich fahrenden Räumfahrzeuge teils meterhoch aufgetürmt wurden. Diese Wälle sind durch Tauwetter und Nachtfrost zu echten Eismauern geworden.

Für viele Eltern ist das die tägliche Tortur. Eine ähnlich gelagerte ärgerliche Tortur anderer Art ist die Tatsache, dass automobile Eltern fast nirgendwo eine Chance haben, wenigstens kurz zu parken, um den Nachwuchs aus dem Kindersitz ab zu gurten, aus dem Auto heraus zu nehmen, den Nachwuchs in die Kindergarten zu verbringen und anschließend weiter zu fahren. Es gibt nämlich tatsächlich Familien, die auf Ihr Auto angewiesen sind. Und die werden durch die Schneeverhältnisse der Stadt Plauen gezwungen, einfach mit Warnblinkanlage mitten auf der Straße stehen zu bleiben und den Folgeverkehr bewusst zu behindern, weil keine andere Möglichkeit besteht. Beispiel Kindergarten Straßberger Straße, hier existieren Stadtauswärts etwa 15…20 Langzeitparkplätze an der E49 zwischen Antonstraße und Siegener Straße. ALLE diese vorwiegend von Eltern und Erziehern genutzten Parkplätze sind vollständig durch die Schneemassen blockiert, welche von den Räumfahrzeugen an den Rand geschoben wurde, um die Europastraße E49 vorschriftsmäßig vom Schnee frei zu halten. sämtliche anliegenden Nebenstraßen hingegen werden nicht mal andeutungsweise geräumt, weil eben keine Europa- oder Bundes- oder Hauptstraße. Dadurch gibt es nicht mal Ausweichparkplätze, um das Kfz irgendwo in der Nebenstraße abzustellen und den Rest zu Fuß zu gehen.

Warum kann man nicht wenigstens ein kurzes Stück temporär als Kurzzeitparkplatz ausschildern und die Schneemassen abtransportieren, dass die Eltern Ihre Kinder ohne Gefahr für den Verkehr oder für sich selbst darzustellen?! Soweit sollte man bei der Stadtverwaltung mitdenken können, damit dies bei allen Einrichtungen wie Kindergarten, Schulen etc. pp. erforderlich sein kann. Wenn man schon den öffentlichen Personennahverkehr zeitweise ersatzlos einstellt, sollte man wenigstens den Eltern soweit behilflich sein, Ihre Kinder gefahrlos zur Schule/Kindergarten/etc. zu bringen.

Übrigens sollte man als Autofahrer immer eine stabile Schaufel dabei haben, allein heute habe ich zwei PKW’s auf der Gartenstraße mit freischaufeln und anschieben müssen, welche durch die Eisrinnen etc. festgefahren bzw. aufgesessen waren und aus eigener Kraft nicht mehr vorwärts kamen.

Subbotnik – субботник!

Es schneit und schneit und schneit… Seit November 2010 gibt es im Vogtland und vor allem in Plauen eine stetig wachsende geschlossene Schneedecke. Auch kurze Antauphasen haben die weiße Pracht nicht weniger werden lassen sondern diese in massive Eispanzer verwandelt. Einstige Schneehäufen an den Straßenrändern sind bereits so stabil, dass selbst ich mit meinen 135kg Lebengewicht nicht mehr einsinke. So gibt es inzwischen regelrechte Barrieren, welche für nichts und niemanden mehr überwindbar sind – mitten in der Innenstadt Plauens wohlgemerkt! Die Spurrinnen der weitestgehend vom Räumdienst unangetasteten Nebenstraßen sind nun zu echten Eisschienen gefrohren, an denen sich die Autofahrer Unterboden und Auspuffanlagen Ihrer PKW kaputt fahren. Natürlich wird keine Versicherung den entstandenen Schaden übernehmen. Der Geschädigte in jeder Hinsicht wird also immer der Bürger sein. Machen kann man dagegen nichts. Oder vielleicht doch?
Jeder Grundstückseigentümer weiß, er muß Gehwege vom Schnee befreien und tut dies auch, daher rühren ja allenorts die Schneeberge und -mauern an den Straßenrändern. Viele Firmen lassen Ihre Grundstücke von Hausmeisterfirmen beräumen. Die Stadt selbst beschränkt sich auf die Europa- und Bundesstraßen und einige wenige Hauptverkehrsstraßen, da personell und technisch rein organisatorisch nicht mehr drin ist. Nun gab es vereinzelt Bemühungen, angeregt durch massive Bürgerbeschwerden, durch externe Firmen den Schneemengen Herr zu werden, was aber auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein darstellte, da binnen kürzester Zeit der abtransportierte Schnee die vorgesehenen Schneelager vollständig ausfüllte. Das Wetter nahm darauf keine Rücksicht und schneite einfach weiter.
Nun ist die Lage inzwischen aber mehr als präkär, eigentlich ist schon Notstand, wenn man zum Beispiel den Ortsteil Kleinfriesen hernimmt, dort ist die Lage schon einer Naturkatastrophe gleich.
Sollte man nun seitens der Stadt weiterhin so untätig dem Untergang entgegenwarten oder besser Nägel mit Köpfen machen und mal die Ärmel hochkrempeln und anpacken, so wie es tausende Plauener Bürger in Eigeninitiative bereits tun? Ich denke ja. Es ist an der Zeit, alle einzubeziehen.
Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass man die Stadt in einzelne Segmente aufteilen könnte, in den Organisatoren/Koordinatoren die dort wohnenden Bürger aufrufen und versammeln und dazu animieren, für einen Tag Eisspatel, Schneeschaufel und Besen in die Hand zu nehmen und gemeinsam Fußwege und Straßen systematisch und geordnet von Schnee und Eis befreien. Schnee und Eis wird jeweils gut zugänglich an die Kreuzungen gelagert und Fuhre um Fuhre auf Abruf des Koordinators abgeholt und weggebracht. Da man auch um parkende Autos herum arbeiten kann, dürfte das effektiver verlaufen, als Kfz umparken oder abschleppen zu lassen. Bei dieser Gelegenheit können gleich Teams mit Hubwagen an die Häuser gerufen werden, an denen sich gefährliche Eiszapfen gebildet haben, und diese entfernen. Als Entschädigung für die Arbeit versorgt die Stadt alle Helfer kostenfrei mit warmen Essen aus der Gulaschkanone und warmen Getränken.
Wenn man diese Arbeitseinsätze am Wochenende durchführt, sollten sich genug Leute finden, die da mithelfen. Wichtig wäre aber, die Bürger im Vorfeld rechtzeitig und ausführlich zu informieren und auch ständig kompetente Ansprechpartner im Rathaus zur Verfügung zu haben. Es gibt ja Wählerverzeichnisse, aus denen man klar erkennen kann, wo und wieviele Leute im entsprechenden Alter leben und diese kann man ja gezielt mit Flugblättern, Zeitungsartikeln, Facebookgruppen etc. ansprechen.
Jeder der mitmacht, kann sich registrieren und wird vom Koordinator entsprechend eingeteilt.
Das wäre eine meiner Ideen, die ich nun an dieser Stelle veröffentliche. Mir wird ja oft vorgeworfen, ich würde nur kritisieren, ohne Lösungen anzubieten. Hier wäre eine von vielen Ideen, die ich habe, man darf gerne auf mich zu kommen und das Gespräch suchen, bisher hab ja nur ich das vergeblich versucht. Es ist auch nicht so, dass ich bloß nörgele, stichele, meckere oder sonst was in dieser Art tue. Gäbe es niemanden wie mich, der auf solche Missstände hinweist und ständig unbequem und kritisch den Machenschaften im Rathaus gegenüberstehen würde, könnten alle Politiker tun und lassen was die wöllten und es würde sich nichts zum positiven wandeln. In einer demokratischen Gesellschaft muss es immer Kritiker wie mich geben!

Ski und Rodel gut auf der Plauener Bahnhofstraße

Artikel Freie Presse vom 30.12.2010

Artikel Freie Presse vom 30.12.2010

Die offizielle Veranstaltung “1. Plauener Ski-Abfahrt” wurde ja von der Stadt abgesagt und die Initiatoren Andreas Ernstberger und Constantin Eckner haben auch alles erdenkliche getan, die Leute von der Absage zu überzeugen, trotzdem ließen sich über 200 Plauener und Vogtländer nicht davon abhalten trotz alledem auf eigenes Risiko die Bahnhofstraße hinab zu rodeln oder mit Snowboard oder Skier runter zu fahren.

Es war absolut genial und keiner hat irgendeinen Schaden genommen und Straßenbahn und Busse sind einwandfrei durchgekommen, einige haben ja sogar den Bus genutzt, um vom Tunnel wieder hoch zum Capitol zu kommen, quasi als Skilift… Es waren junge und sogar ältere Leute, ganze Familien und sogar ein Pony vor Ort, welche alle eine riesen Gaudi hatten. Einige ältere Bürger bemängelten jedoch, dass kein Glühwein ausgeschenkt wurde. Nachvollziehbar bei -17°C und sternenklarem Himmel über Plauen.

Sehr deutlich sieht man, wie weit die Realität der Bürger von der im hiesigen Rathaus abweicht. Hat doch Bürgermeister Eberwein nach am Nachmittag den Initiatoren schriftlich mit Konsequenzen gedroht, woraufhin die Veranstaltung abgesagt wurde, mehr als 200 Bürgern allerdings war das völlig egal und mal ganz ehrlich, alle sind erwachsen genug gewesen, selbst die Risiken zu erkennen und sich entsprechend zu verhalten. Man hat sich gegenseitig vor Bus und Straßenbahn gewarnt, alle haben schnellstens die Bahnhofstraße frei gemacht um die Fahrzeuge durchzulassen, niemand ist gestürzt, hat sich verletzt oder sonst irgendwas, dafür hatten alle über zwei Stunden megaviel Spaß. Daran sieht man nur zu gut, dass die Plauener Bürger durchaus Humor haben und die chaotische Lage in Plauen für sich zu nutzen wissen.

KEIN Danke an die Spaßbremsen der Bürgerabwehr im Rathaus, auf Euch können wir gut verzichten!!!

Mehr Info: http://www.plauener-skiabfahrt.de/

…auf die Schippe genommen…

Meterhohe Schneehäufen nach nur einer Nacht mit Neuschnee

Meterhohe Schneehäufen nach nur einer Nacht mit Neuschnee

…haben wir den Schnee, welcher seit gestern wieder reichlich im Vogtland gefallen ist. Innerhalb zwei Stunden haben wir wieder Schneehäufen aufgetürmt vom Format derer, die erst kürzlich sehr selektiv vor unserem Grundstück abtransportiert wurden.
Wir haben unsere Pflicht erfüllt, nun ist die Stadt am Zug. Auf der Trockentalstraße hingen bereits mehrere LKW fest und der Straßenbahn- und Busverkehr wurde auch bereits eingestellt. Nicht sehr bürgerfreundlich, aber aufgrund der Schneemassen nicht anders handhabbar.